**** Festung der Einsamkeit
Endlich hab ich Die Festung der Einsamkeit von Jonathan Lethem beendet. Endlich, nicht weil es ein quälendes Zu-Ende-Lesen war, sondern endlich, weil ich aufgrund sehr knapper zeitlicher Ressourcen immer nur wenige Seiten vorangekommen bin.
Der Roman handelt von Dylan Ebdus, einem weißen Jungen, der mit seinen Eltern, der Vater ein verschrobener Künstler, die Mutter eine flippige Hippiefrau, ins vorwiegend von Schwarzen bewohnte Brooklyn zieht. Hier muss er als sogenannter „Whiteboy“ häufig den Part des Aussenseiters übernehmen, der bei jeder Gelegenheit mit immer wiederkehrenden Ritualen von den schwarzen Jugendlichen zur „Taschenleerung“ gezwungen wird. Immer geschieht das auf eine recht subtile Art und Weise, die eine latente Gewalt andeutet, aber stets unter dem Deckmantel der wohlwollenden Gönnerhaftigkeit durchgespielt wird.
Trotz aller Schwierigkeiten findet er in seinem etwas nach ihm ins Viertel zugezogenen Nachbarsjungen, den schwarzen Mingus einen Freund, mit dem er zunächst die Vorliebe für Comic-Helden und später die Leidenschaft zur zu dieser Zeit aufkommenden Graffitikunst gemeinsam hat. Das ein oder andere Mal gelingt es Mingus, Dylan vor einer weiteren Erniedrigung zu bewahren, indem er sich vor seinen weißen Freund stellt, ohne dabei an Ansehen bei seinen schwarzen Freunden zu verlieren.
Doch die Lebenswege, angefangen von der Schulkarriere bis hin zur Drogen- und Gefängniskarriere, letzteres bleibt Mingus vorbehalten, nehmen einen unterschiedlichen Verlauf. Dylan schafft den Spagat zwischen einer gewissen Akzeptanz im Viertel und einer verhältnismässig erfolgreichen Schullaufbahn. Seine Mutter hat dem Viertel, sowie Mann und Sohn schon früh den Rücken gekehrt und Dylan schlägt sich alleine durch das Leben im Viertel und schafft es sogar zu einem wenn auch später scheiternden Besuch der elitären Camden Universität.
Mingus dagegen verfällt ähnlich wie sein als Soul- und Funkstar berühmt gewordener Vater immer mehr den Drogen und rutscht in die Spirale aus Abhängigkeit und Gewalt. Er durchläuft eine längere Gefängnislaufbahn, die nur von kurzen Intervallen in Freiheit unterbrochen wird, welche wiederum von Drogen und Kriminalität geprägt werden.
Ein mysteriöser Ring stellt bald, abgesehen von gemeinsamen Kindheitserinnerungen, die letzte dünne Verbindung zwischen den beiden Freunden dar.
Das Buch hat mich auch in Phasen mit nur kurzen Leseintervallen immer wieder schnell zu sich zurückgeholt und mich gefesselt. Es liest sich sehr gut und bleibt nicht ohne gedankliche Nachwirkung. Allerdings erscheint es an wenigen Stellen etwas künstlich gestreckt, was der Autor eigentlich gar nicht nötig gehabt hätte.
Es ist in zwei Teile unterteilt. Der erste große Abschnitt wird aus Sicht eines Erzählers wiedergegeben, der zweite Teil wird aus der Ich-Perspektive von Dylan Ebdus im Erwachsenenalter erzählt.
Gesamturteil:
ein tolles Buch, dass es verdient hat, sehr viel mehr Zeit dafür aufzubringen, um es zügig und konstant zu lesen. EMPFEHLENSWERT!
Der Roman handelt von Dylan Ebdus, einem weißen Jungen, der mit seinen Eltern, der Vater ein verschrobener Künstler, die Mutter eine flippige Hippiefrau, ins vorwiegend von Schwarzen bewohnte Brooklyn zieht. Hier muss er als sogenannter „Whiteboy“ häufig den Part des Aussenseiters übernehmen, der bei jeder Gelegenheit mit immer wiederkehrenden Ritualen von den schwarzen Jugendlichen zur „Taschenleerung“ gezwungen wird. Immer geschieht das auf eine recht subtile Art und Weise, die eine latente Gewalt andeutet, aber stets unter dem Deckmantel der wohlwollenden Gönnerhaftigkeit durchgespielt wird.
Trotz aller Schwierigkeiten findet er in seinem etwas nach ihm ins Viertel zugezogenen Nachbarsjungen, den schwarzen Mingus einen Freund, mit dem er zunächst die Vorliebe für Comic-Helden und später die Leidenschaft zur zu dieser Zeit aufkommenden Graffitikunst gemeinsam hat. Das ein oder andere Mal gelingt es Mingus, Dylan vor einer weiteren Erniedrigung zu bewahren, indem er sich vor seinen weißen Freund stellt, ohne dabei an Ansehen bei seinen schwarzen Freunden zu verlieren.
Doch die Lebenswege, angefangen von der Schulkarriere bis hin zur Drogen- und Gefängniskarriere, letzteres bleibt Mingus vorbehalten, nehmen einen unterschiedlichen Verlauf. Dylan schafft den Spagat zwischen einer gewissen Akzeptanz im Viertel und einer verhältnismässig erfolgreichen Schullaufbahn. Seine Mutter hat dem Viertel, sowie Mann und Sohn schon früh den Rücken gekehrt und Dylan schlägt sich alleine durch das Leben im Viertel und schafft es sogar zu einem wenn auch später scheiternden Besuch der elitären Camden Universität.
Mingus dagegen verfällt ähnlich wie sein als Soul- und Funkstar berühmt gewordener Vater immer mehr den Drogen und rutscht in die Spirale aus Abhängigkeit und Gewalt. Er durchläuft eine längere Gefängnislaufbahn, die nur von kurzen Intervallen in Freiheit unterbrochen wird, welche wiederum von Drogen und Kriminalität geprägt werden.
Ein mysteriöser Ring stellt bald, abgesehen von gemeinsamen Kindheitserinnerungen, die letzte dünne Verbindung zwischen den beiden Freunden dar.
Das Buch hat mich auch in Phasen mit nur kurzen Leseintervallen immer wieder schnell zu sich zurückgeholt und mich gefesselt. Es liest sich sehr gut und bleibt nicht ohne gedankliche Nachwirkung. Allerdings erscheint es an wenigen Stellen etwas künstlich gestreckt, was der Autor eigentlich gar nicht nötig gehabt hätte.
Es ist in zwei Teile unterteilt. Der erste große Abschnitt wird aus Sicht eines Erzählers wiedergegeben, der zweite Teil wird aus der Ich-Perspektive von Dylan Ebdus im Erwachsenenalter erzählt.
Gesamturteil:
ein tolles Buch, dass es verdient hat, sehr viel mehr Zeit dafür aufzubringen, um es zügig und konstant zu lesen. EMPFEHLENSWERT!
Toxicity - 4. Dez, 23:04