9
Jan
2012

Ich nehme die Herausforderung an!

Nach dem ich nun seit einigen Wochen sehr intensiv die Buchliebhaberseite lovelybooks.de besuche, gab es dort heute die Aufforderung zu einer Challenge. Über das Jahr 2012 hinweg wird bei dieser Challenge jeden Monat ein Buch in der Leserunde gelesen. Hierzu gilt es Aufgaben zu lösen und Rezensionen zu erstellen. Für alle Teilnehmer besteht die Möglichkeit Leseexemplare des jeweiligen Monatsbuches zu gewinnen. Und je mehr Aufgaben gelöst und Rezensionen geschrieben werden, um so mehr Punkte sammelt der Teilnehmer jeweils und kann am Ende der Challenge weitere Gewinne ergattern.

Für mich tatsächlich eine Herausforderungen, da ich leider nicht zu den schnellsten Lesern gehöre. Trotzdem werde ich mich darauf einlassen und hoffe natürlich, bereits mit dem ersten Monat ein glücklicher Gewinner eines Leseexemplares vom neuen Bestseller von Val McDermid Alle Rache will Ewigkeit zu sein.

Eine Leseprobe zu diesem Buch findet man unter http://www.droemer-knaur.de/livebook/LP_978-3-426-50993-7/widget.html

30
Dez
2011

Pete Smith - Arm sind die anderen

Der jugendliche Sly entdeckt nach einer abendlichen Unternehmung mit seinem Kumpel Agi die mit Lippenstift an den Badezimmerspiegel geschriebene Botschaft seiner Mutter "ich kann einfach nicht mehr". Ihm ist klar, dass die Lage ernst ist und seiner überforderten und depressiven Mutter durchaus endgültige Schritte zuzutrauen sind. Die alleinerziehende Mutter lebt mit ihren vier Kindern Sly, Ena, Innocent und Flo (allesamt von unterschiedlichen Vätern) und ihrem debilen Vater in einer kleinen Mietwohnung in Frankfurt. Das Geld wird ab Mitte jeden Monats knapp für die Familie, mehr schlecht als recht schlägt man sich so durch.
Schnell begreift Sly, dass es an ihm ist, den etwas schrägen Familienhaufen, mit den unterschiedlich ausgeprägten Charakteren, zusammenzuhalten und Verantwortung zu übernehmen. Es beginnt die Suche nach der Mutter. Auf die Hilfe der Polizei oder der Behörden beschließen die Kinder zu verzichten, da die Angst vor Konsequenzen durch das Jugendamt zu groß ist.
In dieser Familie gibt es keine Alleingänge, die Suche wird gemeinsam geplant und angegangen. Immer mehr rückt ins Bewusstsein des Lesers, dass die Familie für die vier Kinder und den Opa wohl die einzige wirklich verlässliche Basis in ihrem Leben darstellt.

Das Buch von Pete Smith liest sich wirklich sehr gut, auch wenn es eine recht schwermütige Grundstimmung mitbringt. Demjenigen, der Bücher liest, um sich von der realen Welt ablenken zu lassen und lieber in heilere Welten absinkt, kann ich das Buch sicher nicht empfehlen. Denn es liefert einige Denkanstösse darüber, was in unserer Gesellschaft falsch läuft. Da wo Familien, wie die von Sly, eher widrige Umstände in Kauf nehmen, um nicht unter voreiligen, oberflächlichen Maßnahmen der Behörden leiden zu müssen. Denn bei allen Schwierigkeiten schöpfen Sly, Enja, Inno und Flo ihr Vertrauen ins Leben wohl am ehesten aus ihrer Familie.
Arm sind die anderen!

Von mir gibt es vier Sterne ****!

9
Dez
2011

Simon Beckett - Tiere

Das Buch "Tiere" von Simon Beckett war das zweite, das ich von diesem Autor gelesen habe. Die Erwartungshaltung nach "Leichenblässe" war relativ hoch und wurde, um das direkt vorwegzunehmen, mit "Tiere" leider nicht erfüllt.
Nigel lebt alleine in einem verlassenen Pub mitten in einem brachliegenden Industriegebiet. Seine Eltern leben nicht mehr. Sie hatten den Pub betrieben, als das Gebiet um den Pub noch durch Fabriken belebt wurde.
Nigel ist von seinen Emotionen und vom Verstand her ein wenig zurückgeblieben. Im Keller des Pubs verbirgt er ein grausames Geheimnis, da er aber auf verstörende Weise als gar nicht so grausam empfindet.
Eines Tages kündigen sich zwei Arbeitskolleginnen für einen Besuch in seinem Zuhause an. Nachdem sie erfahren haben, wie und wo er lebt, sind sie neugierig geworden. Der Leser merkt bald, dass es die beiden nicht ganz ernst mit Nigel meinen, er selber scheint es aber nicht zu merken. Der Besuch kommt und bringt unangekündigt noch einen weiteren Besucher mit. Das Ganze nimmt einen unerwartet Verlauf.
Simon Beckett bereitet den Leser mit einem kurzen Vorwort auf den Roman vor. Darin beschreibt er, dass er einen Täter erschaffen wollte, der grausame Dinge tut, für den der Leser aber trotzdem Sympathien hegt. Außerdem soll das Buch eine Menge schwarzen Humor enthalten, der Leser soll Lachen, selbst wenn ihn die Geschichte erschreckt.
Tatsächlich erzählt er die Story aus Sicht des unterbelichteten Kevin und schafft es phasenweise auch ein gewisses Verständnis für sein Tun hervorzurufen. Gelacht habe ich während der Lektüre nicht.
Das Vorwort trug bei mir zu dem Eindruck bei, dass es sich bei dem Buch allzu sehr um ein Schreibexperiment handelte. Die Stroy ist stark konstruiert und die Personen finde ich etwas zu flach ausgeführt, das Ganze hat meines Erachtens wenig Tiefe.
Auf den letzten 60 von 283 Seiten nimmt das Buch deutlich an Fahrt auf, bis dahin hatte es allerdings auch einige Längen.

Trotzdem soll mich "Tiere" nicht davon abhalten, noch weitere Bücher von Simon Becket in der Zukunft zu lesen!

1
Dez
2011

Christoph Schlingensiefs tiefgehendes Tagebuch einer Krebserkrankung

Ich fand das Buch von Christoph Schlingensief sowohl schön als auch sehr traurig. Wie oft hört man im Zusammenhang mit einer lebensbedrohlichen Krankheit vom Betroffenen die Aussage " Die Kranheit hat mein Leben und meine Sicht auf das Leben und die Welt verändert". Letztlich dürfte auch das die Essenz aus Schlingensiefs Buch sein, aber seine innere Zerissenheit, sein Pendeln zwischen Pessimismus und Optimismus, sein Hadern und Festhalten zugleich an Gott, Jesus und der Mutter Gottes, das alles macht das Buch so wertvoll. Die Gedanken, die er vor der OP, vor der Chemo, vor einer erneuten Diagnose zu Papier (bzw. auf Band) bringt, haben meiner Meinung nach eine enorme Tiefe und lässt bald ein ganz anderes Bild des Menschen Schlingensief entstehen, als man es aus der oberflächlichen Öffentlichkeit (der Provokant, der Skandalregisseur etc) kennt.
Das Buch hat mich nachdenklich gemacht und gibt reichlich Denkanstösse, sein eigenes Leben, dass so kurz sein kann, genauer zu reflektieren.
Danke Christoph Schlingensief für dieses Buch, alleine damit haben Sie der Welt etwas Großes hinterlassen!

21
Nov
2011

Der weisse Neger Wumbaba - ganz lustig, aber schnell auch nur ganz nett

Wie sehr hab ich mich über das Buch Der weisse Neger Wumbaba I-III als Geburtstagsgeschenk gefreut. War mir doch Axel Hacke schon von seiner meist sehr amüsanten Kolumne in der SZ bekannt. Die Herkunft des Wumbaba war mir übrigens bis zum Lesen dieses alle drei bisher erschienenden Bände umfassenden Werks nicht bekannt. Das aber die Figur des Wumbaba, besonders schön verbildlicht von Michael Sowa, zu einer der schillerndsten Verhör-Kreaturen geworden ist, leuchtete mir bald ein. Natürlich gibt es noch einige ähnliche Beispiele, die dem Leser meist mindestens ein amüsiertes Lächeln abverlangen, aber so viele mit Starpotential gibt es meiner Meinung nach nicht. Okay, der Erdbeerschorch und (eines meiner persönlichen Highlights aus Wumbabas Reich) die Nazi-Ente sind schon sehr lustig.
Trotzdem fand ich die zwar gut verpackte Auflistung von gesammelten Verhör-Exemplaren im Verlauf der Lektüre bald schon nur noch ganz nett. Viele Beispiele erscheinen mir zudem etwas konstruiert und gewollt falsch verstanden. Das geht sicherlich nicht auf Axel Hacke zurück, sondern auf die zahlreichen Leser, die ihm über die Jahre ihre Verhörer aufgeschrieben haben.

Fazit also: Es sind in der Verhörer-Trilogie einige lustige Besipiele des Falsch-Verstehens aufgeführt, aber die durchschnittliche Masse der gesammelten Verhörer macht das Ganze aus meiner Sicht nur zu einem mittelmässigen Lesevergnügen.

16
Nov
2011

Mayersche Buchspione-Folge mit Axel Bosse

Für ein Buchspione-Spezial hat die Mayersche einige gute Künstler dazu bewegen können, in kurzen Videosequenzen über ihr Lieblingsbuch zu berichten. Im November gibt sich Axel Bosse die Ehre. Bosse macht wunderbare deutschsprachige Musik mit tollen tiefgehenden Texten. Mit seinem aktuellen und viertem Album hat er in diesem Jahr schon für mächtig Aufsehen gesorgt. Meine Anhörtipps für Wartesaal (das aktuelle Album) sind neben der Single Wartesaal die Songs Yipi und Die Nacht. Unbedingt mal auf youtube anhören.

Bosse empfiehlt das Buch Der Geheimnisträger von Thomas Kanger. Was er von dem Buch hält, warum er es sich gekauft hat und worüber es handelt, erzählt er uns hier:
Buchspione spezial mit Bosse

Viel Spaß beim anschauen!

gekauft, bekommen, geliehen, gelesen im November 2011

Dank toller Geburtstagsgeschenke gibt es jede Menge neuen Lesestoff auf meinem Nachttisch!
Und zwar:

Bekommen

Der weiße Neger Wumbaba: Kleines Handbuch des Verhörens

Axel Hacke & Michael Sowa
Piper Verlag


2012: Das Ende aller Zeiten
Brian D´Amato
Bastei Lübbe


Hartmut und ich

Oliver Uschmann
Fischer (Tb)


Pacific Private
Don Winslow
Suhrkamp Taschenbuch


Unsichtbar
Paul Auster
Rowohl


Red Hot Chili Peppers: mit Brendan Mullen
Red Hot Chili Peppers & Brendan Mullen
Heyne Verlag


Gekauft

Die Kunst, recht zu behalten
Arthur Schopenhauer
Anaconda

28
Jun
2010

gekauft, bekommen, geliehen, gelesen im Juni 2010

Gekauft

Saturday
Ian McEwan
Diogenes


Der Teufel von Mailand
Martin Suter
Diogenes

Die Bücherdiebin
Markus Zusak
Blanvalet Taschenbuch Verlag


Gelesen

Das Buch der Illusionen

Paul Auster
Rowohlt

13
Mai
2010

Der Buchhänder - Matt Cohen

Paul ist der jüngere der beiden Stevens Brüder. Henry, der ältere der
beiden, übernimmt schon früh die Führung über seinen kleinen Bruder.
Erst beim Boxen, wo er ihn bald schon, entgegen Pauls eigentlicher
Neigung, trainiert und zu höherem anstachelt. Später bei den gemeinsam
verbrachten Ferien bei der Mutter, die vom Vater der beiden getrennt
lebt. Henry bringt Paul das Billard spielen bei und lebt noch einige
Jahre mit seiner Frau Janine zusammen mit Paul unter einem Dach.
Doch bald schon wird die Rolle die Henry in Pauls leben spielt fpr
diesen zur Belastung. Als Mitarbeiter in einem Second-Hand-Buchladen
versucht Paul sein eigenes Leben aufzubauen.
Eines Tages betritt eine junge attraktive und extrovertierte Frau den
Laden. Judith zieht Paul in ihren Bann und reisst ihn mit sich in
einen Sumpf aus Drogen und Alkohol. Judith und Henry bsind zukünftig
die beiden bestimmenden Themen in Pauls Leben.

Der kanadische Autor Matt Cohen beschreibt mit dem Ich-Erzähler Paul
wie sich dieser in Abhängigkeiten (von Menschen und diversen
Substanzen) verstrickt, immer auf der Suche nach dem eigenen Weg.
Ich empfand etwa im dritten Viertel des Buches (insgesamt 283 Seiten),
dass die Handlung etwas abflachte und das Lesen beschwerlicher wurde.
In dieser Phase probt Paul das Leben ohne Judith, wird dafür um so
mehr wieder in das seines großen Bruder hineingesogen. Mir kam dieser
Abschnitt etwas langatmig vor, doch schon bald nimmt die Handlung
wieder an Fahrt auf.
Insgesamt gefiel mir Der Buchhändler von Matt Cohen gut, auch wenn das
Versprechen des Klappentextes, der von einem Buch über die Welt
zeitloser Literatur spricht, nicht eingehalten wird. Vielmehr geht es
um die einnehmende Macht von Gefühlen, Abhängigkeiten und Beziehungen.

Meine Wertung: ***
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