23
Jan
2013

Rachel Ward - Numbers / gutes Jugendbuch!

Rachel-Ward-Numbers-Den-Tod-im-Blick
Inhalt:
Die 15jährige Jem besitzt eine besondere Gabe, wenn sie den Menschen in die Augen schaut, sieht sie deren Todesdatum. Für Jem ist diese Fähigkeit eine Belastung und sie vermeidet es, jemandem davon zu erzählen.
Früh schon hat sie ihre Mutter, die drogenabhängig war und ihr Leben mit einem goldenen Schuss beendete, verloren. Seitdem fehlen Jem Bezugspersonen und Fixpunkte im Leben. Sie lebt in Pflegefamilien, in der Schule eine Aussenseiterin und sehr verschlossen.
Bis sie Spinne kennenlernt. Zunächst sträubt sie sich auch gegen seine Gegenwart, aber nach und nach verbringen die beiden mehr Zeit miteinander. Spinne lebt wie Jem am Rande der Gesellschaft.
Plötzlich geraten die beiden nach einem Anschlag auf das Londoner Riesenrad unter Verdacht und werde nvon der Polizei gesucht. Da sie wenig Vertrauen in die ehrliche Behandlung durch die Staatsmacht haben, beschliessen die beiden zu fliehen.

Mein Fazit:
Mein 12jährige Sohn hat mir Numbers - Den Tod im Blick (erster von bisher drei Teilen) von Rachel Ward sehr nachdringlich empfohlen. Er hat inzwischen alle drei Numbers-Teile verschlungen und war begeistert davon.
Und ich kann seine Begeisterung absolut nachvollziehen. Das Buch ist spannend und sehr gut geschrieben. Die Vorstellung, den Todestag der Mitmenschen zu kennen, ist wirklich erschreckend und das Buch macht schnell deutlich, welche Auswirkungen ein falscher Umgang mit dieser Gabe haben kann. Einzig die Erkenntnis, dass wir alle sterben werden und man sich dieser Tatsache bewusst sein sollte, sein Leben entsprechend leben sollte, wird einem dadurch noch deutlicher.

Von mir bekommt Numbers als ein wirklich gutes, spannendes Jugendbuch vier Sterne ****.

Arvelle.de

Schön schlimm, aber ich habe eine neue Buchquelle aufgetan. Auf arvelle.de werden jede Menge günstige Bücher als Mängelexemplare angeboten. Und anders als an manchem Wühltisch in der Bahnhofsbuchhandlung findet man hier so manches Buch, nach dem man immer schon Ausschau gehalten hat.

So wurde ich zum Beispiel fündig und habe mir endlich Sven Regener Logbücher - Meine Jahre mit Hamburg-Heiner zugelegt.
Sven-Regener-Hamburg-Heiner






Außerdem noch:
William-Boyd-Ruhelos






und als Versuch:
C-Joensson-Spieler-fuer-immer






Ich fürchte, ich werde noch weitere Bücher bei arvelle bestellen. Der Merkzettel ist schon gut gefüllt.

Re-Aktion

Zugegeben, dieser blog hat die letzten Monaten leider still vor sich hingedümpelt. Nicht weil ich nicht mehr gelesen habe, ganz im Gegenteil. Aber irgendwie ist es an der Parallelbearbeitung dieses blogs und meines Profils bei lovelybooks.de gescheitert. Bei letzterem hab ich weiterhin regelmässig Bücher beurteilt und rezensiert. Aufgrund knapper zeitlicher Ressourcen hab ich die Texte aber nicht auch hierhin übertragen.

Zur Zeit lese ich nun Sven Regener Logbücher mit dem Hamburg Heiner und das hat mir einen gewissen Impuls gegeben, mich wieder besser um mein blog-baby zu kümmern. Lovelybooks. de ist eine tolle EInrichtung und ich hab inzwischen von vielen Leseexemplaren bei Leserunden profitieren dürfen, aber ich habe auch noch soviele Bücher im Regal, die ich mir mal gekauft hab, weil ich sie lesen wollte und nicht weil ich sie (wie bei lovelybooks) geschenkt bekomme, um im Gegenzug eine Rezenzion zu verfassen.
Soll heissen, mit diesem blog soll auch wieder das selbstbestimmtere Lesen verfolgt werden. Ich werde meine lovelybooks-Aktivitäten insofern etwas zurückschrauben, dass ich mich nur noch auf Bücher bzw. Leserunden bewerbe, bei denen ich unbestimmt mitlesen möchte und die es auch rechtfertigen, andere Bücher im Regal stehen zu lassen.

Außerdem möchte ich versuchen, hier in Zukunft wieder mehr zu schreiben, als nur Rezensionen zu Büchern. Gedanken, Verweise, Netzfundstücke, Meinungen!!!
Das sollte doch zu machen sein.

Inzwischen hat der Counter der Seite die 1000 Klicks überschritten, nicht viel angesichts der Tatsache, dass es meinen blog seit 2006 gibt, aber das macht ja nichts. Trotzdem würde es mich freuen, wenn ich hier zukünftig mehr regelmässige Leser hinlocken kann. Wir werden sehen.

17
Sep
2012

Liebe und Dämonen - manchmal liegt beides so nah beieinander

Gabriel-Garcia-Marquez-Von-der-Liebe-und-anderen-Daemonen

Da steht man zuhause vor dem Bücherregal und sucht eine nicht zu umfangreiche Lektüre für die nächsten Tage und greift nach dem unscheinbaren roten Büchlein von Gabriel Garcia Marquez. Und man weiß gar nicht, welchen kleinen aber feinen Schatz man da geborgen hat.
Mit seiner mitreissenden, faszinierenden Schreibweise erzählt Marquez von der kleinen Servia Maria, die schon früh von der eigenen Mutter verstoßen wurde und den schwarzen Sklavinnen des Haushaltes überlassen wurde. Die Erzählung spielt im Südamerika der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Servia Maria wird eines Tages von einem tollwütigen Hund gebissen. Anders als bei vielen anderen Tollwut-Opfern in dieser Zeit, zeigen sich aber bei dem Mädchen auch nach mehreren Wochen keine Tollwut-Symptome.
Der Vater, der plötzlich angesichts des drohenden Todes wieder die Liebe zu seiner Tochter neu entdeckt hat, beschließt trotz fehlender Krankheitszeichen entschieden gegen den drohenden Ausbruch der Krankheit vorzugehen. Und damit erst beginnt der eigentliche Leidensweg der Servia Maria. Denn die Tatsache, dass sie nicht unter Tollwut leidet, trotz des Bisses eines erwiesenermaßen verseuchten Tieres, schürt nicht zuletzt das Mißtrauen der Kirche. Zur damaligen Zeit musste alles, was man sich nicht erklären konnte, mit dem Teufel zusammenhängen. Die verunsichterte und jahrelang vernachlässigte Servia Maria schürt zudem den Verdacht, vom Teufel besessen zu sein, durch ihre unangepassten Reaktionen auf ihre Mitmenschen.
Es beginnt eine Aneinanderreihung von ünglücklichen Wendungen und Entscheidungen, aufgrund von verbohrten Ansichten.

Innerhalb von wenigen Tagen hab ich gebannt die knapp 200 Seiten umfassende Lektüre verschlungen. Marquez hat mit seinem Buch meiner Meinung ein tolles und absolut empfehlenswertes Werk zu Stande gebracht.

****

11
Sep
2012

spannende Fantasy für Jung und Alt

Tad-Williams-Die-Drachen-der-Tinkerfarm
Ich durfte dieses Buch im Rahmen der Buch-verschenk-Aktion zum Welttag des Buches 2012 verschenken und konnte mir nun endlich auch die Zeit nehmen es selber zu lesen.
Es ist ein wirklich schönes, spannendes Fantasy-Buch und ich denke, es sollte insbesondere jüngeren Lesern großen Spaß bereiten.

Die Geschwister Tyler und Lucinda müssen ihre Ferien auf der Farm ihres kürzlich erst in Erscheinung getretenen Onkels Gideon verbringen. Nicht die schönste Vorstellung für die beiden Jugendlichen. Tyler verbringt seine Zeit am liebsten mit seinem GameBoss (analog zu Gameboy) und Lucinda würde sich wohl lieber mit ihren Freundinnen treffen und von jungen Popsternchen schwärmen, als ihre Zeit auf der Ordinary Farm zu verbingen.
Doch bald schon wird den beiden klar, dass der Name der Farm alles andere als gerecht wird. Die Farm ist ein Ort voller Geheimnisse mit Wesen und Tiere, die die Geschwister noch nie in ihrem Leben zuvor gesehen haben. Aber leider halten sich die Menschen der Farm einschließlich ihres Onkels mit der Auflösung all der Geheimnisse, die sich für die beiden auftun, sehr zurück. Tyler beschließt also selber, ein wenig mehr zu erfahren...

Wie schon oben geschrieben, hab ich das Buch von Tad Williams und Deborah Beale als sehr unterhaltsam und spannend empfunden. Gerade zum Ende hin, nimmt es zunehmend an Fahrt auf und man kann es kaum noch abwarten, die Auflösung der Geheimnisse auf der Tinkerfarm zu erfahren.

*****

10
Sep
2012

Solider Spannungsbogen bei "Weil ich Euch liebte" von Linwood Barclay

Weil-ich-Euch-liebte-Linwood-Barclay
Cover:
Für meinen Geschmack ist es kein besonders herausragendes Cover und so wie es ist, ist es austauschbar. Leider hab ich mir nicht gemerkt, wie das Buch heißt, aber ich habe vor einigen Wochen eins mit nahezu exakt gleichem Cover in den Händen gehabt.
Nach dem Lektüreende hab ich mich zudem gefragt, wo der direkte Bezug zwischen Cover und Text zu finden ist.

Die Story:
Glen Garbers Frau Sheila kommt bei einem Autounfall ums Leben. Sie soll dabei betrunken in Ihrem Wagen auf einer Autobahnabfahrt gesessen haben und ein anderes Fahrzeug ist frontal in das stehende Auto gerast. Ein Mann und einer seiner beiden Söhne, die mit ihm im Auto saßen, kamen bei dem Unfall ebenfalls ums Leben.
Für Glen ist es nicht nachvollziehbar, wie es zu diesem Unglück kommen konnte. Die genannten Umstände passen einfach nicht zu seiner Frau. Sheila hatte nie ein Alkoholproblem und würde sich auch nach Alkoholgenuss, der natürlich bei gewissen Anlässen mal vorkam, nicht hinters Steuer setzen.
Seine Frau fehlt Glen und seiner Tochter sehr und nur schwer, kann er sich mit dem Geschehenen abfinden. Bis seine Tochter eines Tages bei ihrer besten Freundin übernaschten möchte und ungewollt ein Telefonat der Mutter ihrer Freundin mit anhört. Die Mutter reagiert unverhältnismässig als sie die Mithörerin plötzlich entdeckt.
Für Glen beginnt von da an, eine Berg- und Talfahrt der Gefühle. Wem kann er überhaupt noch trauen, engste Bekannte und Mitarbeiter geraten in den Verdacht, irgendeine Rolle bei Unglück seiner Frau gespielt zu haben.

Mein Urteil:
Das Buch packt einen nach wenigen gelesenen Seiten. Es liest sich wirklich leicht und flüssig. Linwood Barclay versteht es, dem Leser ein 528 Seiten langes, sehr spannendes Lesevergnügen zu bereiten. Für mich waren es im Verlauf der Geschichte ein paar Wendungen und Verdächtigungen zu viel, weshalb es nicht zur vollen Sternenanzahl gereicht hat. Trotzdem alles in allem ein absolut empfehlenswertes Buch.

27
Mrz
2012

Zurück in eine andere Zeit mit "Ich würde dich so gerne küssen" von Patrycja Spychalski

Ich-wuerde-dich-so-gerne-kuessen-Patrycja-Spychalski

Cover:
Leider wird das Cover dem tollen Inhalt gar nicht so gerecht. Ich hätte bei diesem Cover das Buch wahrscheinlich nicht gekauft, weil ich eine seichte Frauenromance dahinter vermutet hätte.
Nach der Lektüre stell ich mir als Cover ein Foto von einer Wand mit Postern von den Rockidolen des Club 27 (all die, die mit 27 Jahren starben) vor. Davor eine Kommode mit einem Plattenspieler darauf. Das wäre mein Vorschlag für die zweite Auflage oder für die Sonderausgabe mit Soundtrack-CD. ;-)

Inhalt:
An ihrem 17. Geburtstag lernt Frieda enen gewissen Jeffer kennen. Den hat ihre flippige beste Freundin Maja mit zwei anderen Jungs angeschleppt, um mit Frieda ihren Geburtstag in einer Berliner Kneipe zu feiern.
Als sie diese Kneipe verlassen wollen, gerät die kleine Gruppe in die Krawallen zum Maifeiertag und wird auseinander gerissen. Frieda und Jeffer flüchten gemeinsam vor den Krawallen und erstaunlicherweise geht Frieda sogar auf Jeffers Vorschlag ein und begleitet ihn zu sich nach Hause. Sie verbringt die Nacht bei ihm, ohne das irgendetwas zwischen den beiden läuft. Aber von da an, verbringen die beiden immer mehr Zeit miteinander. Jeffer ist ein gutaussehener, sympathischer und besonders bei Mädchen sehr beliebter Junge. Er spielt Gitarre und irgendwie scheint es so, als dreht sich in seiner Umgebung alles und jeder nur um ihn.
Als wenige Tage später Friedas Eltern ihr eröffnen, dass sie für drei Wochen die nie gefeierten Flitterwochen nachholen wollen, freut sich Frieda über die Aussicht auf die sturmfreie Zeit zusammen mit Maja. Doch statt die Zeit tatsächlich mit Maja zu verbringen, entschließt sie sich kurzerhand zu Jeffer zu ziehen. Der lebt alleine in einer Wohnung und nimmt sie gerne bei sich auf.
Die beiden verbringen eine intensive Zeit miteinander und wandeln immer an der Grenze zwischen enger Freundschaft und Beziehung. Vor dem Schritt zu letzterem schrecken aber beide immer wieder zurück. Sie geniessen die Zeit miteinander, aber Frieda, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, macht sich immer mehr Gedanken darüber, was das eigentlich ist zwischen ihnen beiden.

Fazit:
Dieses Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen. Nicht nur, dass es darin um Musik geht und dass diese für die Personen im Buch genauso eine wichtige Rolle spielt, wie sie es für mich immer noch bis heute tut. Das Buch hat bei mir so viele Erinnerungen an Gedanken und Gefühle aus meiner Jugendzeit geweckt. Ich konnte mich sehr gut in Jeffer und Frieda hineinversetzen. Wie sie sich selber genug waren, niemanden sonst brauchten und die Zeit miteinander genossen haben, aber trotzdem Angst hatten, das alles mit einem Schritt weiter vielleicht zu entzaubern und kaputt zu machen.
Das Buch wird als Jugendbuch empfohlen, ich kann es aber uneingeschränkt auch jedem Erwachsenen empfehlen. Es versetzt einen zurück in die wohl intensivste Zeit im Leben. Zudem liest es sich wunderbar leicht ohne dabei seicht zu sein. Ich bin normalerweise kein Schnellleser, aber auch ich hab das Buch in sehr kurzer Zeit zu Ende gelesen - weil es einfach schön war!

19
Mrz
2012

Chucks von Cornelia Travnicek - keine leichte Kost, dafür nachklingend!

Chucks-Cornelia-Travnicek
Das Cover:
Nicht nur der abgebildete Kult-Schuh Chucks der Marke Converse, sondern auch die sehr schöne Aufmachung haben mich schon mal sehr angesprochen. Das Buch hätte ich auch im Buchladen in die Hand genommen, weil es sich optisch positiv von den anderen Büchern absetzt.

Der Inhalt:
Das Buch von Cornelia Travnicek wird mit einem Tomte-Zitat eingeleitet, was bei mir schon mal zu einer ersten positiven Grundeinstellung zum Buch führte.
Die etwa zwanzigjährige Mae verbringt ihre Zeit als Punk auf den Straßen Wiens. Schnell wird deutlich, dass die ältere Punkerin Tamara eine wichtige Bezugsperson in ihrem Leben zu sein scheint. Obwohl Mae auch jederzeit zuhause unterkommen kann, zieht es sie nur sehr selten und für kurze Besuche wieder zurück ins Haus der Mutter. Mit geschickten Zeitsprüngen entwirft Cornelia Travnicek für den Leser nach und nach ein genaueres Bild der Protagonistin Mae. So wird von der Kindheit erzählt und der schweren Krankheit ihres jüngeren Bruders und von den auch daraus resultierenden Beziehungsproblemen ihrer Eltern. Über eine andere Zeitebene lernt der Leser Jakob kennen. Ein äußerst aufgeräumter und strukturierter Architekt, bei dem Mae lebt. Es wird schnell deutlich, dass Jakob und Mae ein sehr unterschiedliches Paar sind und Mae ihn allzu gerne aus der Reserve locken möchte. Über eine weitere Erzählebene kommt Paul ins Spiel. Ihn lernt Mae bei von Amtswegen verordneten Sozialstunden im Aids-Hilfe-Haus kennen. Paul ist selber an Aids erkrankt und weiß, dass er früher oder später an dieser Krankheit sterben wird. Er ist anders als Jakob, spontan und deutlich weniger ausrechenbar für Mae als es Jakob immer ist.
Mae selber ist keine leichte Person, wirkt oft recht negativ, was aber für den Leser, je mehr er über Maes Leben erfährt, immer nachvollziehbarer wird. Es wirkt so, als möchte Mae auf Teufel komm raus keine einfachen Wege gehen. Menschen, die ihr Gutes wollen, stößt sie umso öfter vor den Kopf. Erst mit Paul zeigt sie auch andere, weichere Seiten.

Mein Fazit:
Chucks liest sich wirklich gut und flüssig. Mit 186 Seiten ist es nicht besonders dick und damit ein recht kurz(weilig)es Leseerlebnis. iIcherlich hängt die subjektive Beurteilung des Buches sehr davon ab, ob man sich mit Mae identifizieren kann und ihr Verhalten so nachvollziehen kann. Das Spannungsfeld zwischen Eigenständigkeit und Selbstbestimmung auf der einen Seite sowie Abhängigkeiten und Fremdbestimmung auf der anderen Seite macht meiner Meinung nach einen wichtigen Teil von Maes Persönlichkeit aus.
Das Buch hat bei mir noch einige Zeit nachgewirkt und mich nachdenklich gemacht.
Die schnörkellose Sprache hat mir sehr gut gefallen.
Ich hoffe, dass ich in Zukunft noch mehr von Cornelia Travnicek lesen kann.

Von mir gibt es fünf Sterne für dieses tolle Buch! *****

6
Mrz
2012

Smaragjungfer von Mara Laue - Ein Wilhelmshaven-Krimi

Smaragdjungfer-Mara-Laue

Das Cover:
Ein Libelle smaragdgrün gesprengelt mit Nadel fixiert auf schwarzem Hintergrund.
Ich finde das Cover recht ansprechend und hätte das Buch wohl auch im Buchladen in die Hand genommen.

Der Inhalt:
Eine Mitarbeiterin eines Hostess-Service wird in ihrer Wohnung ermordet aufgefunden. Genau an diesem Tag kehrt Kommissarin Paula Rauwolf in den Dienst zurück und bekommt die Zuständigkeit für diesen Fall zugeteilt.
Paula war längere Zeit dienstunfähig nach dem ihr Kollege Christoph im Dienst erschossen wurde. Die Kollegen ihrer Dienststelle haben ihr die Mitschuld am Tod des Kollegen gegeben und dementsprechend fällt ihr Empfang bei Dienstwiederantritt aus. Zu allen Überfluß bekommt sie am gleichen Tag einen neuen Bürokollegen namens Lukas Rambacher. Paula macht ihm den Anfang überhaupt nicht leicht. SIe ist ihm wie auch allen anderen Kollegen gegenüber extrem negativ eingestellt und lässt das auch jeden deutlich spüren.
Als sich eine erste heisse Spur im Fall um die Hostess abzeichnet, wird Paula zudem von ihrem Vorgesetzten dazu angehalten, diese heisse Spur und dem Verdächtigen nicht weiter nachzugehen. Aber sich daran zu halten, ist so gar nicht Paulas Art und so setzt sie in ihren eigenen unorthodoxen Stil die Ermittlung doch fort.
Dadurch macht sie sich allerdings nicht nur im Kommissariat sondern auch an andere Stelle nicht wirklich beliebt.

Mein Fazit:
Smaragdjunger ist ein sehr gut gemachter Krimi. Der dargestellte Fall ist sehr gut konstruiert und das Ganze gewinnt zudem durch die Tiefe der handelnden Personen, an aller erster Stelle durch Paula Rauwolf. Deren Art war für mich anfangs mehr als gewöhnungsbedürftig und ich hatte Mühe Verständnis für ihr Verhalten aufzubringen. Je weiter die Geschichte aber voranschreitet, um so mehr gewinnen Paula und ihre Vergangenheit an Tiefe. Mit diesem Wissen und ihrer Hartnäckigkeit wie sie in dem Fall ermittelt gewinnt Paula schließlich beim Leser (zumindest bei mir) an Anerkennung und Sympathie.
Die Story hält manche unerwartete Wendung für den Leser parat.
Mara Laue schafft es so, rundum spannendes und packendes Lesevergnügen zu bereiten.

26
Feb
2012

Der Torwächter von Markus Stromiedel - Starkes Fantasy-Abenteuer für Jugendliche UND Erwachsene

Markus-Stromiedel-Der-Torwaechter

Das Cover:
Das Buch hat ein farbig bedrucktes Hardcover ohne Schutzumschlag. Die Zeichnung zeigt einen Jungen mit Feuerfackel und einen Leoparden, die innerhalb einer düsteren, verrauchten Landschaft vor einem bedrohlic wirkendem Turm stehen. Wenn man genauer hinsieht, kann man einige Augenpaare entdecken, die einen aus dem Dunkeln heraus anstarren.

Der Inhalt:
Erst kürzlich ist der 11jährige Simon mit seiner Familie in ein Dorf im Süden ins Haus seines Großvaters gezogen. Aus dem wahren Grund für diesen Umzug machen die Eltern ein Geheimnis. Zusätzlich verwundert es Simon, dass sein Großvater schon vor einiger Zeit verschwunden ist. In seinem Haus gibt es ein Atelier, in dem der Großvater viele düster wirkende Bilder hinterlassen hat. Simon entdeckt auf diesen Bildern das Dorf, einen Jungen und es gibt Bilder von einem großen schwarzen Turm, den Simon vom Dorf aus in der nahegelegenen großen Stadt erkennen kann.
Noch ohne Anschluss im Dorf gefunden zu haben, ist Simon nicht gerade erfreut darüber, in dieses Dorf umgezogen zu sein. Bald aber lernt er Ira, ein Mädchen aus dem Dorf kennen und mit ihr auch einige weitere Jugendliche.
Er merkt aber bald, dass er anders ist als die anderen. Er hat die besondere Eigenschaft, dass er die Gefühle der Mitmenschen fühlen kann. Als er Iras Oma kennenlernt, spricht diese ihn mit einem falschen Namen an und erweckt den Eindruck, als wüsste sie sehr genau wer er ist. Simon ist verwirrt und spürt das irgendetwas mit dem Dorf, mit dem Haus seines Großvaters und auch mit ihm nicht stimmt.
Mit seinen neuen Freunden beschließt er in die Stadt zu fahren, um mehr über den schwarzen Turm in Erfahrung zu bringen und spätestens dort beginnt für ihn und Ira ein mysteriöses Abenteuer. Nach und nach kommt Simon dahinter was mit ihm los ist.

Mein Fazit:
Beim Buch Der Torwächter handelt es sich um ein Jugendbuch, trotzdem war ich sehr neugierig darauf und hab an der Leserunde mit Begleitung durch den Autor Markus Stromiedel teilgenommen.
Das Ganze liest sich leicht und flüssig, der Autor verwendet eine schnörkellose Sprache, die für die Zielgruppe sicherlich genau richtig ist.
Ich hab mich anfangs etwas schwer getan, weil mir in den ersten Abschnitten die Spannungsmomente fehlten. Bald aber hatte die Geschichte auch mich gepackt und ich wollte schnell mehr erfahren über die mysteriösen Hintergründe für den Umzug der Familie in das Dorf und über Simons besondere Fähigkeit. Die Handlung nimmt zunehmen Tempo auf. Die Figuren Simon und Ira haben mir besonders gut gefallen.
Leider wird zum Ende des Buches klar, dass das Ganze als Buchserie angelegt wurde. Das heißt es bleiben einige Umstände unklar und Fragen offen, was ich etwas unbefriedigend finde.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, auch wenn ich vermute, dass die eigentliche Zielgruppe von der Handlung noch deutlich mehr gefesselt wird, als es bei mir der Fall war. Positiv ist mir aufgefallen, dass Markus Stromiedel mit Rücksicht auf eine junge Leserschaft auf die Schilderung von brutalen und blutigen Handlungen verzichtet hat. Sein Verdienst ist es, dass er es trotzdem schafft, den Leser mit seiner Geschichte zu fesseln und zu faszinieren.

Von mir gibt es vier Sterne!
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